Fassadendämmung fertig 1

Die Fassadendämmung ist endlich fertig, ich bin so froh. 250m² Dämmung, 16 sich in der Dämmebene befindende Fenster, 2 Dreiecksfenster, 30m Giebelschräge, 20m Traufschräge und 30m² aufzufüllende Unebenheiten … sowas sollte man nur alleine anfangen, wenn man nicht weiß, was einen erwartet. Das ist wohl das oberste Gebot für all diejenigen, die sich anmaßen, es allein machen zu wollen. Im Nachhinein irgendwie alles machbar ist, aber wieviel Zeit man dafür verbrauchte … unglaublich.

Nun ist das Haus komplett eingepackt in 160er WLG032, was einem U-Wert von ~0,18 entspricht. An den Drempeln es durch die Auffüllung gar bis zu 24 cm WLG032 geworden sind. Von meinen ursprünglichen georderten 580 Dämmplatten sind nur 20 übrig geblieben, 1400 kg Kleber habe ich verbraucht. Laut Putzer ich sehr gut abgeliefert habe, etwas zu detailverliebt an manchen Stellen vielleicht. Dieser hat übrigens damit begonnen, Nord & Süd zu armieren – endlich verschwindet der verhasste Dämmstoff aus meinen Augen.

Parallel zu den Dämmarbeiten ich schon Verkleidungsfragen beantworten musste. Ich entschied mich dafür, dass die spätere Armierung und der Putz sauber auf einer Anputzschiene an die Paneele stoßen sollte. Es musste also gleichzeitig die Paneele angebracht werden. Holz? Kunststoff? Anmalen? Wir entschieden uns für eine Paneele aus Kunststoff, für die es allerlei Systembauteile gab, um auch komplizierte Verwinkelungen realisieren zu können. Ein absurder Schneid- und Fummelaufwand es aber trotzdem war. Insgesamt mussten ca. 440 Schnitte gemacht werden, weil ich z.B. unbedingt horizontal die Giebel hochlaufen wollte. In die Paneele ich dann auch gleich Flakscheinwerfer einbaute, denn die Verkabelung wäre im Nachgang sehr aufwändig.

Dann wurden noch unsere Naturstein-Fensterbänke geliefert und installiert, sieht super aus. Natürlich war ich vorab wieder ziemlich verunsichert über Sinn & Unsinn der obenliegenden Abtropfrillen … wieder 5 Leute vom Fach gefragt und mit 8 unterschiedlichen Antworten nach Hause gegangen. Vielen Dank, das Baugewerbe hat was Esoterisches.

Ein weiteres Thema, welches mich halb wahnsinnig gemacht hat: Blitzschutz am Auslieger für die Satschüssel? „Kann man“, „muss man nicht“, „sollte man“, „machen wir nicht“, „haben wir nicht“, „unwahrscheinlich“, „VDE/DIN sagt ja“. Im Internet es ernsthaft 125-Seiten lange Diskussionen über dieses Thema gibt. Den Blitz einladen mit einer dicken Kupferleitung? Wenn nicht, dann fließt der Blitz eventuell über die Kabel ab, die nicht für 100.000A ausgelegt sind. Wenn man eine dicke Kupferleitung legt, man Abstand zu allen anderen Leitungen wahren sollte … was schwierig wird, wenn man zum Fundament-Erder im Erdgeschoss muss. Leitung aussen am Haus herunterführen und an einen Erdspiess hängen, der innerhalb von ein paar Jahren verrottet und seine Funktion nicht mehr erfüllt? Gleichen einen kompletten Blitzschutz planen? Wie immer bei solch bunten Themen, ich mich für die VDE-Variante entschied: ein 20mm² Kabel nun auf kürzestem Wege von der Schüsselhalterung zum Fundamenterder führt, zu allen anderen Leitungen einen Abstand von >50 cm einhaltend. Versicherungstechnisch dieses Kabel den Unterschied machen kann, denn ohne dieses Kabel der Versicherer jedes Haar mehrfach spalten wird.

Und wo wir gerade bei der Halterung sind: ja, das Verkleiden der Halterung mit der Paneele war wieder Sysiphusarbeit, aber für sowas bin ich leider immer zu haben. Die Paneele musste an dieser Stelle in ihrer Stärke reduziert und dann eingeklebt werden, grandios. Am Ende wirkt es wie aus einem Guss … – im Prinzip hätte ich das aus Glas machen müssen, damit die Kompliziertheit der Verkleidung an dieser Stelle ausreichend gehuldigt werden kann. ;)

Jetzt bringe ich noch ein paar Anputtzleisten an und tüte alle Fensterrahmen ein, dann wird die komplette Fläche armiert. Abschließend noch 2mm Scheibenputz und Silikonfarbe mit Nr. 16044 drauf, fertig.

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